Woche 26: Patientenreisen

Am Dienstag musste ich mal wieder als Patient reisen, für eine Untersuchung hat mich das Gesundheitswesen nach Porsgrunn bestellt. Mit dem Auto ist das etwa eine Stunde weit entfernt, aber wenn man wie ich kein Auto besitzt, muss man mit der Bahn fahren, und das dauert länger. Es geht zwar theoretisch eine Bahnstrecke direkt von Tønsberg nach Porsgrunn, aber wegen Bauarbeiten fährt der Zug derzeit nur bis Larvik, und danach muss man in einen Fernbus umsteigen, der den Rest des Weges fährt.

Der Termin war um 11 Uhr, also bin ich um 8 Uhr mit dem Fahrrad aus dem Haus. Das Fahrradhotel am Bahnhof von Tønsberg ist eine prima Einrichtung, und an diesem Tag war es zum ersten Mal in diesem Monat noch nicht voll besetzt, so dass ich das Rad sogar an einen Ständer abschließen konnte. Zug und Busfahrt liefen auch reibungslos, und vor Ort war es nur ein kurzer Fußweg zum Röntgen. Auf dem Rückweg habe ich dann gerade den stündlichen Bus verpasst, weil ich noch beim örtlichen Sportgeschäft eine neue Badehose und Shorts gefunden habe, so dass ich erst gegen 15 Uhr wieder in Tønsberg war. Das Rad hat mich im Stich gelassen, und auf der Hälfte des Heimweges war im Hinterreifen keine Luft mehr. Bei kochender Sommerhitze also den Rest des Weges geschoben. Totaler Zeitaufwand für eine Untersuchung: 8 Stunden. Bin ich froh, dass meine Arbeit so flexibel ist, und ich mir das erlauben kann, ohne dafür ein riesiges Brimborium mit Attest, Urlaubsantrag oder anderem Sch%%$ zu machen.

Man kann sich diese Reisen erstatten lassen, sogar online, allerdings ist der Kilometerpreis so mies, dass man damit nicht die Bahntickets bezahlen kann. Als dann auch noch der Eigenbetrag abgezogen wurde, sagte der Computer dann „Beträge unter 100 Kronen zahlen wir nicht aus“, und da meine letzte Reise dieser Art mehr als sechs Monate zurück liegt, werden die auch nicht mehr addiert. Es wäre also ganz prima, wenn die das Krankenhaus in Tønsberg ausbauen, und mich für diese Sachen nicht in einen anderen Regierungsbezirk schicken würden. Zentralisierung sucks.

Das Fahrrad ist inzwischen wieder repariert, aber weil meine Gangschaltung schon seit Monaten nicht mehr auf den kleinen Zahnkranz vorne schaltet, habe ich es heute bei der nächsten Werkstadt in Auftrag gegeben. Die schienen mir nett und kompetent, und ich hoffe, dass ich nächste Woche wieder mobil bin.

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