My blog has moved (again)

It’s been very easy to have a free blog at wordpress.com, which is just what I needed when I started out trying to blog every day (which became every week, and then every blue moon …).

But I decided that it’s time to take back control, finally get my own vanity domain name, and host the blog software myself. Blogging will continue in 2022 at www.enno.horse. All the old content has been imported, but there seems to be no easy way to create a redirect from the old posts.

Und Tschüss!

Heute kam die lange befürchtete Email:

Sehr geehrte(r) Kundin/Kunde,

wir konnten Ihren verlorenen Gegenstand bis heute nicht finden. Die Erfahrung zeigt uns, dass verlorengegangene Gegenstände, welche nicht innerhalb von 10 Tagen gefunden werden, oftmals definitiv verloren sind.

Sollten wir dennoch Ihren Gegenstand finden, welcher der von Ihnen abgegebenen Beschreibung entspricht, informieren wir Sie umgehend.

Mit freundlichen Grüßen

DB Station&Service AG

Ich hatte ja ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass mein Koffer wieder auftaucht, den ich Trottel da im Zug liegen gelassen habe, als ich neulich aus Deutschland zurück geflogen bin. Der Tag war eine Katastrophe, wo so gut wie nichts geklappt hat, warum sollte ich da ausgerechnet mit der Bahn Glück haben?

Ich habe schon am Wochenende einen neuen Anzug und neue Schuhe gekauft. So ein verlorener Koffer kann ganz schön teuer werden, au weia. Von den schönen Vintage Manschettenknöpfen mal abgesehen, die total unersetzlich sein sollten.

How the Grinch stole Printsmas

Oder: Computer erleichtern die Arbeit.

Es ist bald Bundestagswahl, und alle Jahre wieder bedeutet das, dass ich mich ins als Auslandsdeutscher ins Wahlregister eintragen muss, um Briefwahl machen zu können.

Dafür gibt es, der Digitalisierung sei Dank, ein PDF zum Download auf den Webseiten des Wahlleiters. Und das ist sogar ein PDF, das man am Computer ausfüllen kann, ich muss also nicht darauf vertrauen, das jemand meine Handschrift entziffert. So weit, so prima. Gestern habe ich das also ausgefüllt, heute musste ich es nur noch drucken, denn für das elektronische signieren und einsenden von Formularen hat Deutschland im Gegensatz zu Norwegen noch keine Lösung gefunden.

Da ich aus Prinzip keinen Drucker besitze (alle modernen Drucker haben katastrophale Software und keinen Support), muss ich das in der Bibliothek an einem der öffentlichen PCs machen, für mickrige 5 kr pro Seite. Wegen Covid-19 sind von den PCs nur noch 3 in Betrieb, und die waren natürlich alle besetzt.

Aber es gibt für das von der Bibliothek eingesetzte System auch noch eine App für das Handy. Während ich warte, installiere ich diese App. Sie heißt „Princh“, ich vermute, das ist eine Kombination aus Print und dem Grinch?

Das Intro (ein Tutorial? Für’s Drucken?) erklärt mir, dass ich das zu druckende Dokument in seiner App öffnen muss, und dann über „teilen mit“ mit Princh teilen. Die App selber kann also keine PDFs öffnen. Nachdem ich das PDF auf das Telefon geladen habe, versuche ich es zu öffnen, aber „Diese Datei kann nicht geöffnet werden“. Ich habe offenbar keinen PDF Viewer. Aber wenn ich das PDF in GMail öffne, wird mir angeboten, das Dokument mit dem Google Drive PDF Viewer zu öffnen. Warum nur dort? „Teilen mit … Princh“ geht leider nicht, denn die App hat sich offenbar nicht im „Teilen“ Bildschirm registriert. Software schreiben ist schwer. Kann man nichts machen.

Inzwischen ist ein PC frei geworden, ich kann also das Gefrickele auf dem Telefon abbrechen, und das ganze im Browser wiederholen, wie der liebe Gott es gewollt hat. Chrome öffnet mein PDF, und auf den ersten Blick sehe ich, dass die von mir sorgfältig ausgefüllten Felder nicht mehr alle ausgefüllt sind. Eine halbe Stunde Vorarbeit für die Katz. Wann habe ich das letzte Mal in Deutschland gewohnt, an welchem Datum bin ich nach Norwegen ausgewandert, und wie lautet meine Reisepass-Nummer? Informationen die ich gestern noch mühselig recherchiert habe, sind heute spurlos verschwunden. Zum Glück finde ich aber noch das PDF von der Europawahl, wo das meiste davon drin steht (und nicht verloren gegangen ist). Leider ist Chrome schnarchlangsam, und ich muss das PDF im Adobe Reader öffnen, um es ausfüllen zu können.

Fertig ausgefüllt, jetzt nur noch drucken. Dabei geht ein neues Fenster auf, „Princh for Desktop“, die Windows-Version vom Grinch. Ich würde 6 Seiten drucken wollen, wie ich denn die 30 kr. bezahlen möchte? Vipps ist keine Option, also wähle ich die Visa Bankkarte. Nachdem ich meine Nummern eingetippt habe, will Visa 3D Secure einen Sicherheitscheck machen, und ich habe die Wahl, die stolze Summe von 30 Kronen mit a) meiner Bank-App, b) einer SMS, oder c) BankID Mobil zu bestätigen. Alles machbar, aber keine der angebotenen Optionen kann ich anklicken, bzw. ich kann, aber es passiert: nichts. Super. Ich fürchte, dieser Princh ist eine Electron-App, und 3D Secure benutzt irgendein Browserfeature, dass sie nicht kennt?

An dieser Stelle gebe ich auf, und finde einen Bibliothekar. Der zuckt mit den Schultern, sagt, ich könnte auch am Schalter bezahlen. Aber erst einmal müssen wir zum Computer zurück, Abbrechen drücken, und statt dem Visa-Symbol einen unscheinbaren Button drücken, der mich nach meinem Namen fragt. Daraufhin erscheint auf dem Schirm am Tresen der Bibliothek eine Zahlungsaufforderung. Zurück am Tresen klickt er zweimal mit der Maus, der Betrag von 30 Kronen erscheint auf dem USB Kartenleser, ich schiebe meine Karte ein, und: nichts. Kartenzahlung klappt nicht. Bargeld akzeptiert die Bibliothek seit einer Weile auch nicht mehr, wegen des Mehraufwands für das Personal, der dadurch entsteht. Aber sie haben eine Vipps-Nummer (die Bibliothek, wohlgemerkt, nicht ihre Drucker-Software), und nachdem ich dahin meine 30 Kronen vom Handy geschickt habe, gibt er meinen Printjob frei.

Ist also ganz einfach, Oder?

Ich konnte es mir nicht verkneifen, zu fragen, ob sie denn mit dem System im großen und ganzen zufrieden seien. Früher habe es gut geklappt, sagte er, aber seit bei Visa die Frage nach der Bestätigung kommt, ginge es nicht mehr so einfach. Ja, genau so dachte ich mir das auch.

Ich verstehe das Ziel, dass Kunden sich im Self-Service etwas ausdrucken können, aber in der Praxis werden hier eher mehr Arbeit für die Bibliothekare und eine geringere Kundenzufriedenheit erzeugt. Mal abgesehen davon, dass das System wahrscheinlich selbst wenn es reibungslos funktionieren würde, zu kompliziert für den „normalen“ Bürger ist, und es um mickrige 5 Kronen pro Seite geht. Selbst auf dem Honor-System würde das besser funktionieren: Ich drucke mein Zeug ganz normal, und lege die 30 Kronen auf den Tresen. Da „klaut“ vielleicht mal jemand einen Ausdruck, aber dafür braucht man keine App, kein norwegisches Bankkonto, und keine Zeit von Bibliothekaren vergeuden.

Ferienplanung kann losgehen

Die norwegische Regionerung hat letzte Woche verkündet, dass auch aus den nicht-nordischen EU Staaten ab 15. Juli wieder eingereist werden darf, solange die Situation im Lande das zulässt (sorry, Schweden). Eine Karte der genehmigten Regionen wird am 10. Juli vorgelegt, und alle 14 Tage aktualisiert, Deutschland sollte dabei sein, was die Einreise der Familie von Schwester zwei zum Beginn der Schulferien in BaWü ermöglichen sollte. Schwester eins wohnt in NRW, wo die vom FHI geforderten Neuinfektionen pro 1000.000 Einwohner gerade wegen Tönnies überschritten werden, aber ich hoffe mal, auf so feingranularer regionaler Ebene wird die Karte nicht erstellt, so dass wir dann im August alle baden können.

Das Wasser hat inzwischen 23 Grad, und ich springe jeden Tag zweimal in den Fjord. Gestern hat es die meiste Zeit geregnet, die Natur freut sich, aber ich war kaum draussen, desahlb war ich abends paddeln, man muss ja was körperliches tun. Es ging dann aber auch nur bis an den Strand von Jarlsø und zurück, weil es schon wieder nach Gewitter aussah.

Heute muss Rufus wieder zum Tierarzt, Zahnstein entfernen. Damit er vor der Betäubung fastet, ist er wie immer seit dem Vorabend im Haus eingesperrt, und er ist ganz schön weinerlich drauf. Hoffentlich kackt und pisst er mir im Taxi nicht wieder den Tragekäfig voll.

Wintersturm

Während in Deutschland Sabine ihr Unwesen getrieben hat, hatten wir hier in Norwegen Besuch von „Elsa“, mit Regen-, Sturm- und Hochwasserwarnungen:

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Entsprechend habe ich das Haus den ganzen Sonntag nicht verlassen, sondern mich mit den neuen Comics aus der Bibliothek unter meine Decke verkrochen.

Heute ist zwar die Hochwasserwarnung auf orange angehoben worden, dafür sind Regen und Wind vorbei. Entsprechend kompliziert war mein Mittagsspaziergang dann aber. Ich habe es trotzdem trockenen Fußes geschafft.

Review: Roxcore Rough Bluetooth Speaker

Ich habe mir einen tragbaren Lautsprecher gekauft, für den Gebrauch in Küche, Bad, und Garten. Meine Anforderung war, dass er Bluetooth und Klinkenstecker (AUX) als Eingänge und einen Akku hat, und ein paar Spritzer vertragen sollte er auch.

Beim Elektronik Versender gab es ein Gerät im Angebot, und es ist keine Marke und kein Testsieger, d.h. ich habe eigentlich überhaupt keinen Test gefunden, aber bei dem Preis war ein Fehlkauf erlaubt, dachte ich. Nach einer Woche kann ich ein erstes Fazit ziehen.

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Der Klang ist okay, ich erwarte aber nicht viel von einem Gerät, das in einer Umgebung mit viel Hintergrund Geräuschen entweder Musik oder Hörbücher abspielt.

Die Bedienelemente sind es, bei denen ich gerne mehr hätte: Das Gerät hat vier Knöpfe, wovon zwei für Lautstärke sind, einer für Play/Pause, und der letzte für An/Aus und Bluetooth pairing, wenn man ihn länger hält. Das funktioniert auch alles wie erwartet, aber wer besser aufpasst als ich merkte schon, dass da was fehlt: Es gibt keine Titelwahl, und einek Möglichkeit, eben mal 10 Sekunden zurück zu springen, wenn man etwas verpasst hat. Das ist doof, auch wenn man das am angeschlossenen MP3 Player oder Telefon machen könnte. Ich will ja gerade nicht mit fettigen Fingern beim Kochen an das Handy fassen müssen.

So richtig doof wird das in Verbindung mit der Funktion, eine Micro SD ins Gerät zu stecken. Da kann ich dann zwar meine komplette Musiksammlung drauf tun und unterwegs hören, so lange ich sie komplett und in alphabetischer Reihenfolge abspielen will. Für Abba kann ich die Karte aus- und wieder einstecken, aber zu ZZ Top kommen wir dann erst im nächsten Jahrzehnt.

Serie gebrochen

Nach etwas über einer Woche habe ich heute das erste Mal keine Wanderung gemacht, und keine 2000 Schritte in der Fitness App vorzuweisen. Es war ein volles Wochenende, ich habe gesaugt, gewaschen, gebügelt und gekocht.

Es gab mal wieder das leckere Black Dal, was ein Projekt für mehrere Tage ist, zwischen Linsen einweichen am Freitag Abend über Zubereitung und 24 Stunden Kochzeit. Dabei festgestellt, dass sich der Ofen über Nacht irgendwann abstellt. Heute ist mein Freund A zu Besuch gekommen, und hat geholfen, die große Portion zu essen, war sehr lecker und schön, sich Mal wieder zu treffen. Ich habe Naan dazu gemacht, das ist diesmal nicht so gut geworden,, war irgendwie zu feucht. Das Foto für Instagram habe ich leider auch verpennt, es wurde plötzlich alles Recht hektisch, als das mit dem Naan nichts werden wollte.

Trotz wenig Bewegung bin ich ganz schön kaputt jetzt, und gehe früh ins Bett.

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Black Dal (Archivfoto)

 

Bewegung tut gut

Vor einer Woche war ich bei meinem Arzt, um über das Ergebnis meiner Langzeit-Blutdruckmessung zu sprechen. Wie erwartet ist mein Blutdruck zu hoch (die konkreten Zahlen sagen mir nichts), und meine Blutprobe hat ergeben, dass mein Vitamin B12 Niveau sehr niedrig ist (bei Vegetarianern nichts ungewöhnliches). Ich nehme jetzt also ein neues Medikament für den Blutdruck, und Vitamintabletten. Weil sie in Norwegen gegenüber Vitaminpräparaten eher skeptisch sind, gibt es die auf Rezept aus der Apotheke.

Außerdem bin ich zu dick, und sollte mal Gewicht verlieren, meinte mein Arzt. Kleine Änderungen könnten schon reichen, wie zum Beispiel zuckerfreie Brause trinken. Ich trinke keine Brause, habe ich ihm gesagt. Zucker im Kaffee habe ich auch nicht, ich trinke ja keinen Kaffee. Und in meinen Tee kommt nichts außer Milch. Ja, dann sollte ich mich mal sportlich betätigen. Fitnesscenter habe ich aber ja leider auch keines in der Nähe.

Wir haben uns dann geeinigt, dass ich einmal am Tag irgendwie eine halbe Stunde ins Schwitzen kommen soll, ob nun auf dem Fahrrad oder laufend. Und seit einer Woche mache ich jetzt in der Mittagspause eine Wanderung um unsere Insel, über den Küstenpfad, der sich durch die Strandzone windet, und so steinig und voller Wurzeln wie der ist, komme ich da auch ohne zu joggen (ich hasse joggen!) ein wenig außer Atem. Aber vor allem tun mir meine Beine weh vom Muskelkater. Ich bin eben furchtbar außer Form. Das ist eine gute Strecke, mein Telefon meint, 5000 Schritte, und es dauert 50 Minuten. Das schwierigste ist, mich von der Arbeit frei zu machen, und mir da insgesamt mehr als eine Stunde Mittagspause zu gönnen, ohne dass ich mich als Drückeberger fühle. Aber Gesundheit ist halt wichtig. Und mein Hörbuch hören kann ich dabei auch.

Bin ein bisschen stolz, dass das an jedem Tag geklappt hat, außer Mittwoch, wo ich im Büro arbeite, und Samstag, wo ich erst im Dunkeln wieder daheim war nach dem Kinder-Programmierklub. Auch an den beiden Tagen bin ich aber viel zu Fuß unterwegs, wenn ich auch nicht gerade ins Schwitzen komme.

Mal gucken, ob es was bringt. Schön wär’s auf jeden Fall.

Pendeln ist asozial

Heute war ich im Büro, was bedeutet, dass ich mich mal wieder dem Zugverkehr aussetzen musste. Auf der Hinreise habe ich verpennt, ein Ticket zu lösen, ehe ich in den Zug eingestiegen bin, aber dank App kann man das ja noch schnell lösen, ehe die Schaffnerin kommt. Dachte ich. Aber wie ich da sass, und das Ticket bezahlen wollt, sagt mir das Teil, dass der Zug leider überfüllt ist, und es keine Tickets mehr zu kaufen gibt. Probieren sie doch bitte einen späteren Zug. Na, das hört man ja sicher gerne, wenn man morgens zu einem Termin will, und ich habe dann in Panik ein späteres Ticket gelöst, welches die App sich dann aber vor der Stichzeit eine halbe Stunde später anzuzeigen weigert. Zum Glück hat es dann aber niemand sehen wollen.

Auf der Heimfahrt dann ein schon bekanntes Muster:  Der Zug um 16:15 fällt aus, wegen Unregelmässigkeiten in der Nähe von Skøyen. Da ist glaube ich vor mehreren Tagen die Oberleitung runtergefallen. Der Folgezug eine halbe Stunde später hatte 15 Minuten Verspätung, das ist der Express, der nicht an den schlimmsten Pendelbahnhöfen hält, dafür aber grottige Wagen hat, ohne Tische, an denen man arbeiten könnte. Wenn man denn überhaupt einen Sitzplatz kriegen könnte, in einem Zug, der doppelt beladen ist, wil sein Vorläufer ja eben ausgefallen ist.

Nach der Hälfte der Fahrt konnte ich sitzen, und mir gegenüber sassen zwei ältere Herren, offenbar Pendler aus Oslo, die sich über die Verspätung ärgerten, und den Schaffner dazu zur Rede stellten. Als wenn Schaffner irgendeine Macht hätten, daran etwas zu ändern, aber immerhin konnte er erklären, warum das alles so schlimm ist, jahrzehntelange Misswirtschaft bei der Instandsetzung in allen Sektoren: Gleise, Signale, Züge, die jeder ein eigenes Subunternehmen sind, und dem Verkehrsministerium unterestehen, dass seit dren Regierungseintritt von der FrP geführt wird, die eine passionierte Autofahrerpartei ist. Das ist seit letzter Woche endlich vorbei, denn die Rechten habenn sich aud der Regierungskoalition zurückgezogen – wahrscheinlich weil sie ihre Asylpolitik nicht repräsentiert sehen, genau verstanden habe ich es auch nicht, aber heilfroh bin ich. Norwegische Politik halt.

So hat es mit dem Wocheneinkauf im Dorf noch bis nach 19 Uhr gedauert, um endlich zu Hause zu sein. Zum Essen machen bin ich gerade zu kaputt, ich futtere Käsebrote, obwohl ich eigentlich Tacos geplant hatte, mit dem restlichen Reis von gestern. Der hält sich aber hoffentlich noch einen Tag.

Treffend fand ich die Aussage von einem der alten Herren: Diese Verspätungen machen einem das Sozialleben kaputt. Genau so fühle ich das auch, statt schön zu kochen und noch etwas zu spielen, oder mal bei den Freunden rein zu schauen werde ich mir jetzt nur noch eine Folge Fernsehen reinziehen.

Entdeckung des Tages: Die leckeren veganen Beyond Burger gibt es jetzt auch beim REMA im Dorf, nicht nur in der Stadt.

Glück im Unglück?

Der Mann von der Versicherung war da, und hat sich den Schaden angeschaut. Offenbar bin ich dieses Mal mit einem blauen Auge davon gekommen, weil das Wasser nicht in die Wände oder das Parkett im Nebenraum eingedrungen ist. Er meinte, da müsse ich nur das Rohr frei machen lassen, und das bleibt dann in den Kosten unter der Selbstbeteiligung, also kein Versicherungsfall nötig.

Einen Klempner hat er mir empfohlen, was gut ist, weil ich ja mit dem örtlichen in der Vergangenheit so meine Probleme hatte. Der hatte auch schon am Montag Zeit für mich.

Nach lautem Fluchen, als ich realisiert habe, dass 8 Uhr morgens wegen der Zeitumstellung ja quasi 7 Uhr ist, und damit nicht nur früh, sondern unmenschlich früh, ist der Mann dann pünktlich gekommen und hat sich total rein gekniet, um den Fehler zu finden, nicht nur die Symptome zu beheben. Denn als er kam, lief der Abfluss plötzlich erst prima, wie schon bei der Schadensaufnahme, und dann plötzlich überhaupt nicht, wie am Tag des Schadens.

Nach intensiver Sucher mit allerlei Werkzeug und so einer Kamera an einer langen Nabelschnur war es dann endlich klar:

Der Abfluss geht in ein Rohr, das eigentlich in meine Pumpzisterne gehen sollte. Da mein am Hang Haus unterhalb der Straße und Kanalisation liegt, muss das Abwasser hoch gepumpt werden. Das Wasser kommt aber in der Zisterne nie an, und das Rohr ist auch nicht mit ihr verbunden, wie die Kamera uns gezeigt hat.

Statt dessen geht das Wasser aus meiner Waschmaschine in einem langen Rohr direkt bis zum Strand und ab in den Fjord. In den 80ern hat man das mit dem Abwasser und Schutz der Strände offenbar noch nicht so eng gesehen. Dieses Rohr ist kaputt, und zwar unterhalb des Nachbargrundstückes, etwa 8 Meter vom Ausgang. Wir konnten beobachten, wie das Wasser aus dem Erdreich kam, statt aus dem Ende des Rohres, und die Kamera zeigte dann, dass es voller Sand ist, wahrscheinlich weil das Plastik an der Stelle gebrochen ist.

Das erklärt, warum der Abfluss meistens funktioniert, aber an manchen Tagen nicht: Wenn das Rohr voll ist, und das Wasser nur langsam durch Sand und Erdreich weg sickert, kann die Waschmaschine nicht noch mehr hinein spülen, ohne dass der Keller überflutet. Ich habe die Theorie inzwischen getestet, indem ich eine Woche gewartet habe, und dann eine Wäsche gemacht habe, die ich vorsichtig beobachtet habe, und bei der es keine Katastrophe gab.

Jetzt ist es aber nicht mehr 1984, und das bedeutet, die Reparatur sollte ordentlich gemacht werden. Abgesehen davon, dass ich das Rohr nicht zur Reparatur aus dem Rasen vom Nachbarn ausbuddeln will, wird so ein Projekt auch sicherlich nicht genehmigt, denn die Vorschriften haben sich bestimmt geändert, und schreiben mir sicher (ich habe das noch nicht nachgeguckt) vor, dass Abwasser in die Kanalisation gehört. Also sollte das Rohr in die Zisterne gehen, und das heißt, auf meinem Grundstück muss gebuddelt werden.

Auf jeden Fall aber wird die Sache damit aber doch teuer genug für die Versicherung. Weil mein Eingenanteil aber relativ happig ist, hätte ich es gerne gesehen, dass die Versicherung der Vorbesitzer das übernimmt. Wenn der Defekt nämlich schon beim Verkauf existiert hat, ohne im Kaufprospekt zu stehen, dann ist das in gewissen Fällen ein Fall für die Eierskifteforskiring (Besitzübergabeversicherung?). Die wollen aber erst einmal alle Dokumente vom Hauskauf haben, ehe sie sich äußern, ob sie überhaupt zuständig sind, und ich habe die nicht in elektronischer Form gehabt, bzw. in einem Fall auch nicht mehr gefunden, das zieht sich also hin. Gleichzeitig warte ich auf den Bericht des Klempners, damit ich den meiner Versicherung schicken kann, damit die entscheiden, ob wir den Fall bei denen wieder öffnen.

Beide Versicherungen sagen mir, ich soll nichts unternehmen, ehe sie nicht zugestimmt haben. Das buddeln kann gerne warten, aber ich musste am Wochenende endlich mal wieder Wäsche machen, der Tatort ist also nicht mehr unberührt.

Im schlimmsten Fall macht das ganze also meine Versicherung, und in keinem Fall sollte es mich mehr als den Eigenanteil kosten. Mein Keller wird nicht den ganzen Sommer zur Baustelle (mein Garten natürlich eventuell, aber dafür wird es dort dann besser als vorher). Insgesamt ein eher erfreuliches Resultat eines unerfreulichen Ereignisses, finde ich.